Dies ist der zweite Teil einer Trilogie. Teil 1: Warum hast du damals nichts gesagt, als Europa die Welt angegriffen hat?
Teil 3: Technische Lösungen für ein soziales Problem

Eure Energie des unbändiges Hasses wird, einmal aufgeschaukelt, nicht vor meiner Tür halten. Auf eine sehr deutliche Weise ist mir das bewusst.
Woran ihr euch aufhängen werdet weiß ich nicht, vielleicht an meine Religionsverachtenden Einstellung, vielleicht an meiner Musik. Eventuell auch die Kunst die ich (nicht) aufhänge oder meinen Äußerungen im Netz. Vielleicht weil ich ein Sympathisant gleichgeschlechtlicher Beziehungen bin, oder auch einfach nur weil meine Sprache seltsam stotterig ist. Eventuell weil ich zufällig der falsche Person auf Twitter folge.
Den überwiegenden Teil der Zeit in der man sich Gruppiert war ich in der Gruppe der Außenseiter. Ich wuchs auf in der Annahme ich sei “anders”. Das ich diese Lehre später zu Marke machen konnte war mein Glück. Das Glück sehe ich massiv gefährdet. Die Kunst anders zu sein kann in einem so voller Hass geladenen Land schnell zur Gefahr werden.

Wohin lenkt ihr euern Hass und eure Gier nach publizistischer Aufmerksamkeit? Euren Spaß daran wahnwitzige Ansichten aus fehlgeleitete Rückschlüssen zu liken, wenn ihr alle Menschen anderer Herkunft aus euerer Europafestung verbannt hab, wen nutzt ihr als Vehikel gegen eure Unsicherheit? Welches Objekt wir Anlass um euch in eurem braunen Sumpf selbst zu stärken. Wie setzt ihr euren Hass fort?

Ich habe Angst ihr werdet an meiner Tür klopfen. Meine Wohnung durchwühlen. Anti-europäische Pamphlete finden, oder diese mir unterschieben. Ihr werdet mich abführen. Ihr werdet das im Inneren operierende Militär vor meinem Haus positionieren. Ihr werdet eindringen. Mich auf den Boden drücken. Vielleicht werdet ihr mich auf Grund falscher Literatur im Schrank erschießen.

Wenn ihr jetzt schon nicht reflektieren könnt, wie dann erst wenn es darum geht anders denkende einzuordnen. Die Lage jetzt ist dagegen klar. Wir als das reichste Land können und müssen jeden aufnehmen. Wir müssen uns überwinden die Schubladen der “Herkunft” abzulegen. Wir brauchen Systeme um Ausgleich zu schaffen. In Deutschland in Europa in der Welt. Das ist das selbe Prinzip. Wir verkakken es dank euch Spasten auf der ganzen Linie. Die Konsequenz ist einfach: mit unseren Waffen erschießen wir die die noch nicht verhungert sind. Wir fallen zurück ins Neandertal. Wenn der glücklichere Gewinnt, oder der der am meisten sinnlos mobilisieren konnte, dann… tja, dann verliere ich. Denn ich passe nicht in euer System. Nicht in eure Denkweise. Ihr bin gefährlich. Ihr werdet mich holen und ihr werdet mich töten. Ihr werdet mobil gegen mich machen, weil ihr zu doof seit es zu verstehen. Meine Texte werdet ihr nicht lesen, sondern auf quadratischen Bildern vor Hexenflaggen eure Idiologien posten. Tausende und abertausende von likes werden euch anheitzen.

Ich sehe mich in ein paar Jahren auf der Flucht vor euch rechten Idioten. Ich werde nicht mal Zeit haben eine Tasche zu packen. Ich werde laufen, laufen laufen und dann vor eine riesigen europäischen Mauer stehen. Ich werde hier nicht raus kommen. Ihr werdet auf mich schießen, wenn ich nicht im Meer ertrunken bin.

#itsnotmyeurope

Beim ersten Kaffee schaue ich ins Netz und werde von eine Scheißewelle überrollt. Alte Schulkollegen teilen und liken. Rechter scheiß der untersten Art. Mir wird bewusst: ihr werdet es sein. Ihr werdet in the name of meinen Platz beanspruchen. Wie die tollwütigen Tiere.