Ich habe keine Kinder. Somit werde ich nie meinen Enkeln Erklärungen schulden. Ich habe keine Generationsverantwortung. Habe nie einen Generationenvertrag unterschrieben und lebe egozentrisch. Ich werde alle meine Schulden alleine Zahlen müssen. Und ich hinterlasse euren Kindern meinen Müll. Ich versuche das zu drosseln.

Einzig mir und meinem Leben bin ich schuldig einen Dienst zu erweisen: Freude, Glück, Wohlstand, Fairness, Vorantrieb sind einige der Attribute die ich denke erfüllen zu müssen. Jede bedingt sich und ist des gegenseitigen Ausschlusses gefährdet.
Ich kann mich nicht auf kosten anderer Freuen, denn das schließt die Fairness aus. Glück zu erleben geht in der Summe nur in Gesellschaft. Wie schmal ist der Grad zwischen Wohlstand und Reichtum und bedingt dieser doch auch gleich eine starke Selbstkontrolle des Vorantriebs. Wohin? Welche Ziele? Alles muss sich in sich schließen lassen. Ein endloser Loop mit Fransen zum daran reiben.
In meinem Leben schaffe ich das für mich selber relativ gut. Die stetige Frage wirft mich in die ein oder andere Depression, Der Zweifel ist imminent. Ich werde älter und es wird schwieriger zu trennen. Schwieriger die Dinge auseinanderzuhalten. Ich weine manchmal. Es übermannt mich und ich denke den Faden verloren zu haben. Ich renne ihm nach; habe da meine Taktiken die mich zu gleich krank machen. Ich erhole mich und erneuere mich. Leben nennt sich das.

Dauerfeuer, Dauerloop, Midlifecrisis um dann im Sonnenaufgang völlig ich zu sein. Im reinen mit, mit meinen Gefährten und der Zeit. Ich habe die Ruhe und Weisheit Bestrebungen zu testen. Mich reinfallen zu lassen und wieder gehen zu lassen. Wir brauchen Moden. Wir müssen Dinge glauben können und gegen nichts in der Welt eintauschen wollen, solange bis wir sie eintauschen müssen. Ideen skalieren nicht, sie sind Individuen. Wir tragen sie feierlich und mit erhobenem Haupte zu Grabe.
Ich verteufle diese in meinem Leben gegangenen Extreme nicht. Voller Inbrunst war ich Teil der einen oder anderen Bewegung. Meine Sozialphobie habe ich durch den gelebten Versuch einer Utopie bekämpft. Hier neben mir steht ein Köfferchen. Ich habe kleine Pflänzchen von jeder Idee aufgehoben. Saatgut für die Bevölkerung ganzer Planeten. Gegenüber steht eine Zimmerpflanze die ich täglich pflege. Sie ist noch jung und wächst erst noch heran… ich bin kein Ast mehr von dieser. Ich bin Beobachter geworden. Wenige Idee skalieren in ihrer Grundform ewig. Die meisten werden bei der Transformation in etwas größeres zerstört. Zu viel Individuum vielleicht… Ist ja auch egal. Ich beschneide meine eigene Version. Zeige sie gerne her, ermutige andere ihren eigenen Ableger zu ziehen.
Meiner Schuld zuliebe weiß ich das ich ewig vorangehen werde. Suchen, Gestallten, Enttäuschungen als Chance begreifen. Meine gelernten zerstörerischen Mechanismen anwenden um mich mühsam herauszuziehen aus der Nacht um in der nächsten Mode, im nächsten Sonnenaufgang am Strand zu tanzen. In völliger Überzeugung. In Liebe!

Mit 38 wird das alles besser. Ich weiß es geht weiter. Das wusste ich mit 16 nicht. Wenn ich falle, dann freue ich mich auf den nächsten Hype. Begreife ich das langsam als gefundenen Jungbrunnen. Ich komme klar und bin Glücklich. Mein Antrieb hält meinen Wohlstand, den ich gerne teile. Und ich umgebe mich mir weniger, aber für mich wichtigeren Menschen. Ich meide seit neustem aktiv die, zu denen ich nicht fair sein kann. Die, bei denen ich meiner Überzeugung nicht gerecht werde. An denen ich es nie geschafft habe über meinen Schatten zu springen.
Du magst sagen ich gehe den Weg des geringsten Wiederstandes? Mag sein. Aber meine ungewollte Boshaftigkeit gegenüber Arschlöchern ist nicht fair. Es wirkt gegen mein Glück und wirft mich wieder und wieder zurück. Es sind die sich bedingten Einflüsse der mir wichtigen Eigenschaften. Ich kann nur Lieben, wenn ich hasse. Ich hasse für mich. alleine. Ich tausche die Freuden. Mir Dir und den Deinen. Soweit zur Theorie.

Von Tag zu Tag wird es schwieriger. Es kommt in mein Umkreis. In meine Privatsphäre. Es nimmt sich den Platz den ich nicht geben will. Meine Komfortzone ist durchbrochen und ich fühle mich beengt. Eine Komfortzone, die mein Leben lang als gegeben galt. In der ich mit mir viele Kämpfe austrug, aber keinesfalls und jemals mit aufgezwungenem Außenwelten. Schwierig bin ich nicht, lässt man mir meinen Platz in mir. Es gibt Bereiche da ist es nicht einfach sich zu schützen, Es gibt Situationen in den ich Menschen in diese Zone reinziehen muss um mich von der Zerstörung von außen zu bewahren. Aber alles womit ich mein Leben lang nie Probleme hatte.

Und dann kommt es von unerwartet. Von uns spät 70’gern völlig unbekanntem. Wir, die Kinder der Familien, der Reihenhäuser, der Schulfreunde ab 15:00 – Mittagsruhe und Nachbarschaft-Hallo-Bekanntschaft. Der Nutella oder Nuspli. Politik geht bei uns um Stadtplanung. Um die systematische Schließung unserer Clubs. Unserer Spielplätze und Therapiezentren. Es sollte sich um das wichtige Soziale handeln. Um Fragen der Regelung und Umgang und Regulierung. Kurz: Wir haben uns darauf eingerichtet mit uns selber beschäftigt zu sein.

Wir, wir Kopfschüttler über kriegerische Völker. Die die wir Panzer im Fernsehen sehen und mit der Frage aufgewachsen sind was passieren wird, wenn einfach keiner hingeht.
Wir, die wir uns aus der Führung unserer Intendanten fragten, ob man Witze über Hitler machen kann und uns freistrampelten. Schnelllebig, denn wem das Lachen nicht im Halse stecken bleib nimmt die Dummheit der Deutschen nicht ernst. Gefährlich.

Plötzlich kommt der Terror Terror und vermiest mir alles! Da kommen plötzlich Leute zum Vorschein die mir Angst machen. Die mich maßlos verärgern. Die mir erzählen müssen das ich “zum Wohle, von…(von was eigentlich)” meine Komfortzone aufgeben muss. Da stellt sich dieses für uns doch ehemals zurückhaltendes Land mit einem völlig verblödeten dicken Kanzel aus der Provinz Bonn plötzlich hin und dringt in mein Privates ein. Lässt mich mit seiner ganzen Außenpolitik unwohl in meiner Haut fühlen. Mischt sich ein. Überall.

Länder sollten wir überwunden haben. Regierungen sollten lokales Organ eines Europas sein. Und dann schaue ich mir das an. Dieses Europa. Dieses ummauerte, mordende, menschenverachtende Ding auf dem Globus. Und dann wird mir schlecht. Es ist nicht mein Europa. Ein ängstliches. Ein unwissendes. Ein völlig überfordertes Europa. Wir sind gemein. Nicht “die da oben”, es sind wir. Du, ich, der dir gegenüber sitzt. Wir schreien nicht laut NEIN, sondern OCH JA. Na gut.

Ein Europa mit einem Deutschland das aus Angst nicht zu wissen was es tun soll versagt. Das sich nicht öffnet, nicht wagt, Den Absturz und den Krieg offen in kauf nimmt aus Mangel an Ideen. Mir scheint es so als haben wir in keiner Weise irgendwelche Ideen und suchen geschichtlich was bremst und zerstört: “oh ja, hmm. drittes Reich jetzt noch größer, könnte funktionieren…”. Wir bremsen, geben immer mehr ab um ein Stückchen zu behalten. Ein Stückchen unseres inneren Gartens. Wir freuen uns nicht mehr auf Chanchen. Der nächste geile Hype ist uns egal. Bremsen statt vorankommen.
Ich spucke meinen Bildschirm an! Ich hasse euch. Ihr nervt mich alle. Ich bin so sauer. Auf mich auch. Auf Mauern und Schießbefehle. Auf fette Säcke. Ich bin sogar sauer auf Einhebelmischbatterien. Und doch, ich will nichts ändern an euch. Ich will nur das ihr verschwindet. Geht mit euerem Hass in den Wald und hasst beim sterben die Bäume.

Die Medien springen auf den Zug auf. “Oh geil. den Mop mobilisieren!”, ja da machen alle mit! Feini. Ich kotze! Ich weiß da ist kein Plan hinter. Aber Geld. Ich verurteile das nicht. Ich verurteile den Verbraucher. Ich verurteile Dich. Ich verurteile das Europa nicht von innen ausbrennt und verreckt. Ich verurteile das mehr von der Scheiße funktionieren kann. Ich verurteile das das Platz einnehmen konnte. Ich verurteile mich.

Und immer mehr glauben diesen Mist. Der böse Moslem – ist doch auch nur Sinnbild. Schaut euch die Scheiße an, das ist ein super Brettspiel. Hier ein bisschen Inland beschäftigen, dort schon mal Mauern hoch ziehen. Panzer strategisch positionieren und ach ja – Teile der Antwort würden die Bevölkerung verunsichern. Und währenddessen ist Wohlstand zu Reichtum geworden. Welche Drohne kaufen wir uns morgen? Wie konnten all die menschen damals Hitler nachrennen? Zur Zeit kann man das wunderbar studieren.

Der Staat war der letzte den ich in meiner privaten Komfortzone erwartet hätte. Warum konntet ihr mich nicht weitere 30 Jahre in Ruhe lassen. Ich wollte doch eh nicht alt werden. Dann hättet ihr machen können was ihr wollt. Aber „der Staat“ das seit ihr alle.

Das ist nicht mein Europa.
Ich will nicht länger als Bürger dieses Kontinentes wahrgenommen werden. Aus meiner Bubble heraus waren die meisten Menschen doch irgendwie okish. Ich war immer Menschenoffen. Hab hier und da mein Fett wegbekommen und bin enttäuscht worden. In Summe aber habe ich so die tollsten Gefährten kennen gelernt. Darauf habe ich keine Lust mehr. Denn immer mehr treffe ich diese Arschlöcher von euch. Ich kann nur gemein zu euch sein. Ich habe lust Gewalt gegen euch anzuwenden. Was wiederum, nun ja…. nicht dem entspricht wie ich leben möchte. Ergo ist die Konzequenz zu vereinsammen. Mit geschlossenen Augen sich nur noch darüber zu freuen niemandem mehr Rechenschaft ablegen zu müssen.

Ich sehe die Tagesschau und analysiere Bild und Ton mit meiner Frau zusammen. Versuche der Idiotie zu widerstehen. Was ich treffe da draußen ist Ignoranz, oder Fanatismus. Ich kotze auf euch. Und wenn ich hier nicht schnell abhaue, dann verstoße ich gegen meine Bringschuld von Freude, des Glücks, des Wohlstandes, der Fairness und des Vorankommens.

Wir lassen diese ganze Scheiße zu. Ich lasse diese ganze Scheiße zu. Aus Bequemlichkeit und Altersstarrsinn. Ich bin in der BRD geboren und lerne zum ersten mal wie es ist eine Mauer um sich zu haben. Aber hey, die ist ja in anderen Ländern. Ich gehe Laub aus meinem Garten rächen. Wir haben versagt. Tragen wir es zu grabe und hoffen auf die nächste Utopie.

Dies ist der erste Teil einer Trilogie. Teil 2 Teil 3