Zugegeben, mein Kaffeekonsum ist – gemessen an meinem direkten Umfeld – enorm. Auch meine Ausgaben, die ich für Kaffee opfere sind bestimmt wesentlich höher als bei meine Nachbarn. 
Für guten Terroir-Kaffee gebe ich gerne Geld aus. Es ist ein Hobby, fast ein Passion, den immer besseren, abwechslungsreicheren und geschmacklich vielfältigen Kaffee zu beziehen. 

In Frankfurt gibt es http://hopplo.de, eine Rösterei
auf der Friedberger Landstraße 86. Doch leider ist der Kaffee immer dann fast leer, wenn ich dort nicht vorbei komme. Zudem habe ich gerne Abwechslung, immer auf der Suche nach was neuem! 
Nicht falsch verstehen, hopplo ist eine richtige Freude für den Gaumen. Der Besuch lohnt sich. Die Gespräche dort und der Kaffee ist eine Bereicherung für den Gaumen. Doch eben die Abwechslung verschlägt mich des öfteren ins Internet. 
Apropos Internet und hopplo. Ich muss da demnächst nachfragen warum es keinen Onlineshop gibt…

Ich teste in den nächsten Monaten folgende Anbieter:

http://www.goodkarmacoffee.de/
http://shop.squaremilecoffee.com/collections/subscriptions
http://barn.bigcartel.com/
http://www.vandyckkaffee.de/de/shop/
http://www.coffeecircle.com

Heute der erste: 
Good Karma Coffee

Interessiert hat mich der „China Yunnan White Tiger Mountain Kaffee„.

Aroma: Haselnuss, Kirsche und Bergamott. Anklänge von Pomelo und Kumquat und der aromatischen Süße von Ahornsirup.

Papua Neuguinea Boana Plantation Kaffee„, 

Boana Plantation ist dem Baroida Estate zu verdanken, der in den 60ern von der Familie Colbran gegründet wurde. Die Colbrans sind zu einem wichtigen Gegenpol zu den großen Massenplantagen geworden, denen Sie Jahr für Jahr immer aussergewöhnlichere Spezialitätenkaffees entgegenzusetzen haben. Sie arbeiten eng mit den Klein- und Kleinstbauern des Östlichen Hochlands zusammen und schulen diese beständig in Anbau, Picking, Aufbereitung und Sortierung des Kaffees. Ausserdem fördern Sie soziale Entwicklung in den Dörfern der Region.

Kolumbien Finca La Esperanza

Floral, Fruchtig, cremiger Körper

Die Versandkosten finde ich mit 5 Eur zwar ok, habe persönlich die Kosten aber lieber im Kaffee verrechnet. 
Ich habe jeweils 250g bestellt und insgesamt 23 Euro bezahlt. Das ist für 750g Kaffeebohnen deutlich im Rahmen. 

Die Webseite ist schnell zu bedienen, wenn auch hässlich wie die Nacht. Schnell rein, bestellen, raus. 
Zahlen kann man u.a. auch mit PayPal. 

Mit der eMail Bestätigung haben Sie noch etwas Nachholbedarf. Zum einen findet man die Mail relativ schlecht, wenn man ein so unordentliches Postfach hat wie ich. Normalerweise würde ich darüber nicht reden, jedoch stolpere ich gehörig darüber. Ein „Good Karma Coffee“ als Absendername würde helfen. 
Die eMails sind ähnlich hässlich wie die Webseite. Das ist alles keine gute expireience.  

Ich hoffe Kaffee schmeckt besser als Webseite und Mail aussehen. Einen Hipster-Preis bekommen Sie für den Auftritt bisher leider nicht. 

Am folgenden Tag kommt noch eine Mail, das mein Kaffee zur Lieferung fertig sei. Prima, denn ich freue mich riesig! Der Kaffee der dann auch prompt ankommt ist Röstfrisch. = einen Tag alt. 

Kommen wir zu den Kaffee’s:
Am wenigsten inspiriert hat mich Papua Neuguinea Boana Plantation Kaffee. Auf der Seite wird er mit einem Cupping Score von 89 angegeben. Die angepriesene Papaya-Note konnte ich in keiner der vielfältig gewählten Brüharten und Mahlgrade entdecken. Ein guter solider Kaffee, der aber keinerlei spannender Finessen hatte. 
Was man dem Kaffe und der Röstung anrechnen kann ist das der Papua Neuguinrs Boana Plantation Kaffee von allen dreien die ausgewogenste Säure hatte.

Kommen wir kurz zur Säure. Ich mag die richtige Säure im Kaffee. Ganz auf die Gelegenheit ankommend ist eine feine Säure etwas hervorragendes. Mir persönlich waren bis auf den erwähnten alle Röstungen zu Säure betont. Auch passte sie sich nicht gut in das Geschmacksbild ein. 
Zum Beispiel bei dem „Kolumbien Finca La Esperanza“, ein Kaffee der Tropisch, Schololadig schmeckt erwarte ich keine übertriebene  fruchtige Säure. Der Geschmack von ihr war gut, passte aber nicht zum Grundgeschmack und zur eigentlichen Schwere der Bohnen in der Tasse. 

Am besten Gefallen hat mir der „China White Tiger Mountain“. Dieser Kaffee schaft es den Spargat zwischen Graipfrut und Nuss hinzubekommen. Er ist sehr anfällig auf den Mahlgrad, deshalb viel ausprobieren und das Ideal finden! 

Alles in allem: Solider guter Kaffee, mit dem man gerade Gesschmackseinsteiger durch die klare zu hohe Säurebetonung auf die Finessen einstimmen kann. Ich selber habe das 3’er Päckchen nicht bereut, bin aber auch nicht sonderlich aus dem Häuschen. 

Good Karma Coffee machen ihre Sache gut. Sie gibt es seit 2013 und man darf gespannt abwarten wie sie sich entwickeln. Ich werde in einem bis einandhalb Jahren nochmal vorbeischauen und ein paar Kaffee’s beziehen. Momentan wirkt mir die Rösterei noch etwas unschlüssig wo sie hinwollen. 

Kaffee erhält von mir 6/10 Punkten
Lieferung eine ganz klarer Stand von 10/10
Bestellprozess und Bezug 3/10